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004·31. März 2025·1 Std 8 Min

Bitpanda & More Nutrition Gründer über Rückschläge, Burnouts & Learnings #3

Lesen

Worum es geht

Eric und Christian solo über die Themen, die in Gründer-Podcasts sonst höflich umgangen werden: Burnout, Panikattacken, Shitstorms, Finanzkrisen, öffentliche Medien-Attacken. Wenn Leute die beiden von außen angucken, sehen sie zwei ansatzweise erfolgreiche Gründer — Bitpanda mit Milliarden-Bewertung, More Nutrition mit CVC-Exit. Was sie nicht sehen, ist die Nähe zum Zusammenbruch, die beide in den letzten Jahren erlebt haben. Eric mit einem halbjährigen Burnout, der mit Herzrhythmusstörungen, 24-Stunden-Muskelzucken und einer Angststörung endete, die er nur durch Psychotherapie und Medikamente (Brintelix) in den Griff bekam. Christian mit einer koordinierten Medien-Attacke von ZDF Neo Magazin Royale gegen More Nutrition — inklusive Trash-Account-Screenshots, Mutter mit Panikstörung und monatelanger öffentlicher Verteidigung.

Die zentrale These der Folge: Rückschläge sind keine Abweichungen vom Erfolgs-Weg — sie sind der Erfolgs-Weg. Eric: „Wir haben in all den Jahren viele Erfolgserlebnisse erlebt, aber die richtigen Learnings, da wo wir richtig gewachsen sind, sind diese Dinge. Als 2022/2023 der Finanzmarkt komplett eingecrasht ist — und wir komplett anpassen mussten, dann gibst du doppelt, findest Lösungen, wirst kreativ. Das sind die Erfahrungen, an die du dich immer erinnerst, die dich richtig weiterbringen." Und Christian ergänzt mit dem Konzept der Antifragilität (Nassim Taleb): Gute Systeme brechen nicht unter Stress — sie werden stärker. Wer in der Krise überlegt, wie er danach stärker dastehen kann, nutzt die Krise. Wer sie nur überstehen will, verliert die Chance.

Dazwischen die operativen Konzepte, mit denen die beiden Entscheidungen unter Unsicherheit treffen: Expected Value aus Christians Poker-Zeit — 51% Wahrscheinlichkeit reicht für eine gute Entscheidung, auch wenn sie zweimal schief geht, weil über tausend Wiederholungen der Erwartungswert zählt. Der Bezos-Unterschied zwischen One-Way- und Two-Way-Door-Decisions. Das „Volume Negates Luck"-Prinzip von Alex Hormozi. Die Studie von Rainer Zittelmann über Erfolgs-Charakterzüge (risikobereit, emotional stabil, offen für Neues, konfliktbereit). Plus die Frage nach operativer Meeting-Kultur: Nicht mit Virtual-Shoulder-Padding beginnen, sondern nur mit dem, was nicht funktioniert. Und die radikale Kritik am deutschen „Sandwich-Feedback" — wer Kritik in Watte packt, hilft niemandem.

Learnings

Was du mitnehmen kannst.

45 Gedanken · 11 Kapitel

Erics Burnout: Die Mechanik

  1. 01·Christian & Eric

    30% der Gründer machen zu wegen mentaler Probleme — nicht wegen Geld

    Christian auf Erics Eröffnung: „Was glaubst du, wie viele Gründer im Business zumachen aufgrund nicht finanzieller, sondern mentaler Probleme?" Eric schätzt: „5%?" Christian: „30%." Die Zahl ist wahrscheinlich höher als alle denken. Öffentlich redet kaum jemand drüber. Gründer, die gescheitert sind, erzählen die finanzielle Story — die mentale Story erzählen nur die, die drauf zurückschauen. Die kulturelle Scham um mental-bedingte Unternehmens-Aufgaben kostet uns als Gesellschaft sehr viel Information über echte Gründer-Realitäten.

  2. 02·Eric

    Schlafstörungen sind oft das erste Anzeichen — Gedankenkarussell ohne Lösung

    Eric: „Bei vielen Leuten fängt es mit Schlafstörungen an. Du kommst zur Ruhe, liegst im Bett, hast Gedankenkarussell — wälzt Probleme, aber nicht produktiv. Immer wieder die gleichen Gedanken ohne Lösung zu haben." Das ist das Frühwarnsignal, das die meisten Gründer ignorieren — weil Schlafmangel als „Fleiß-Ausweis" kulturell kodiert ist. Wer aber chronisch nicht einschlafen kann wegen repetitiver Sorgen, ist nicht fleißig — er steht am Anfang eines Burnouts. Die Lehre: Schlafqualität aktiv messen (Oura, WHOOP), Trends beobachten, bei Verschlechterung proaktiv handeln.

  3. 03·Eric

    Erste Million, aber Existenzangst — die Fallhöhe macht Druck, nicht die Zahl

    Eric: „Ich habe damals meine erste Million gemacht, wir haben Dividenden ausgeschüttet — und trotzdem Existenzängste. Jeder würde heute sagen ‚Was will der Typ denn?' Das hat nichts mit der Zahl zu tun. Das hat mit dem Druck zu tun, den du dir auferlegst, weil du denkst: Du hast so viel Potenzial, und auf einmal könnte theoretisch alles weg sein. Die Fallhöhe wird immer größer." Die paradox wahre Beobachtung: Existenzangst wird mit zunehmendem Erfolg oft größer, nicht kleiner. Weil die potenzielle Verlust-Masse wächst. Wer das nicht mental aktiv managt, entwickelt den Stress, der Gesundheit untergräbt.

  4. 04·Eric

    Körper sendet Signale: Herzrhythmusstörung, dann Muskelzucken 24/7

    Eric: „Das fing an mit Herzrhythmusstörungen — Extrasystolen, wo das Herz kurz stolpert. Die Sekunde danach denkst du: ‚Fuck, ist es jetzt vorbei?' Irgendwann 5 mal pro Minute. Dann Muskelzucken — 24 Stunden am Tag, jeden Tag ohne Ausnahme, alle 3 Sekunden. Ich hatte eine Jeans an, dann hättest du das sogar durch die Jeans sehen können." Der Körper eskaliert Signale, wenn man die ersten ignoriert. Wer die Schlafstörungen ignoriert, bekommt Herzrhythmusstörungen. Wer die weiter ignoriert, bekommt eine Angststörung. Das ist keine Willensfrage — das ist Physiologie. Wer früh handelt, kann die Eskalation vermeiden.

  5. 05·Eric

    Portugal allein + Symptome googeln = Angststörung entsteht

    Eric: „Ich war in einer so negativen Gedankenwelt drin. Ich habe etwas gemacht, was ich normal nie machen würde — bin alleine nach Portugal gefahren, wollte surfen. Dann fängst du an, Symptome zu googeln — dümmster Fehler. Steht da ‚diese ganzen Anzeichen könnten eine schlimme Muskelkrankheit sein'. Bist du allein in Portugal, kannst nicht schlafen — dann levelt sich eine Angststörung ein. Panikattacken." Die Symptom-Spirale durch Google funktioniert bei jedem — aber bei psychologisch labilen Menschen besonders verheerend. Wer unter Stress steht, sollte Symptom-Googeln aktiv vermeiden. Stattdessen: Arzt-Termin und fachliche Einordnung, nicht Internet-Diagnose.

Psychotherapie als Skill, nicht als Krankheit

  1. 06·Eric

    Psychotherapie ist ein Coaching-Investment in dich selbst — nicht Weichflöten-Sache

    Eric: „Therapie — Psychotherapie — klingt für viele junge Männer ‚Was bist du für eine Weichflöte?'. Nee — ich kann es aus meiner Erfahrung jedem empfehlen. Es ist ein Coaching, ein Investment in dich selbst. Du bist ambitious, hast viele Eindrücke, hab jemanden Unabhängigen, mit dem du offen reden kannst und der dir hilft, deine Eindrücke zu sortieren." Die Reframing-Lehre: Therapie ist nicht für „Kranke", sondern für Leute mit hoher kognitiver Last. Wer viele Reize verarbeiten muss, wer hohe Verantwortung trägt, wer oft in Entscheidungssituationen ist — profitiert fast immer von professioneller Außensicht.

  2. 07·Eric

    Therapeut ohne Wertung — der Fragestellende, nicht der Anweisungs-Geber

    Eric: „Es geht nicht darum, dass der dir sagt ‚Mach das.' Sondern jemanden zu finden, der professionell geschult ist, ohne Wertung — der dir mit gezielten Fragestellungen hilft, deine eigenen Gedanken zu sortieren." Der Unterschied zu Freunden oder Business-Coaches: Freunde werten aus eigener Perspektive, Business-Coaches folgen einer Methodik. Echte Psychotherapeuten stellen Fragen, die deine eigene Klarheit produzieren. Diese Art von Arbeit ist schwer selbst zu leisten — weil man sich selbst nicht distanziert genug zuhören kann.

  3. 08·Eric

    Die Grenze: Wenn Therapie ins Pathologische kippt — man ist was, man hat's nicht

    Eric: „Es kann aber auch in pathologische Sachen reingehen — dass du den ganzen Tag nur aufarbeitest, dass du anfängst, dich mit der Krankheit zu beschreiben: ‚Ich bin XY.' Ich bin gebrochen. Das ist auch nicht zielführend." Die wichtige Differenzierung: Therapie als Werkzeug vs. Therapie als Identität. Wer dauerhaft in Therapie ist und sich über seine Probleme definiert, verfestigt sie oft. Wer Therapie punktuell und strategisch nutzt — für eine Phase, ein Thema — bekommt maximalen Nutzen ohne Identitäts-Verschmelzung.

  4. 09·Eric

    Medikamente waren der letzte Schritt — 3 Antidepressiva ausprobiert, Brintelix funktionierte

    Eric: „Ich habe Sport gar nicht gemacht damals — heute gibt's ansatzweise wieder. Aber am Ende habe ich es durch Medikamente geschafft. Antidepressivum gegen Angst — ich war nicht antriebslos, sondern hatte Angststörungen. Ich habe 3 Medikamente ausprobieren müssen. Das dritte hat mir eine Ärztin aus Berlin verschrieben — Brintelix aus der Schweiz. Habe ich 3 Jahre lang genommen. Nicht wegen der Nebenwirkungen — sondern um dauerhaft stabil zu bleiben, nicht nach 3 Wochen wieder abzusetzen." Die ehrliche Lehre: Medikation ist nicht die erste Option, aber wenn andere Mittel nicht reichen, ist sie legitim und hilfreich. Wer darüber öffentlich redet, normalisiert das Thema — und hilft anderen, die in der gleichen Situation sind.

Klarheit eliminiert Angst

  1. 10·Eric

    Schwebezustand ist das Schlimmste — „Ist jetzt schlecht oder nicht?"

    „Klarheit eliminiert Angst.”

    Eric Demuth

    Eric: „Das große Problem für mich war diese Unklarheit — habe ich jetzt etwas oder nicht? Ich kann super damit umgehen, wenn die Scheiße am Dampfen ist — dann finden wir Lösungen. Aber ich kann nicht damit umgehen, zu warten — ist jetzt schlecht oder nicht?" Das gilt fürs Business genauso: „Klarheit eliminiert Angst. Dieses Thema, das im Schwebezustand ist — da kommt abends dieser ganze Stress hoch, dann bist du weniger im Tun, sondern im Overthinking." Die Lehre: Wer in Ungewissheit festsitzt, muss sich zwingen, schnell Klarheit zu produzieren — auch wenn die Klarheit schlecht ist. Schlechte Klarheit ist besser als gute Ungewissheit.

  2. 11·Christian

    Christians Tachykardie: Stoisch akzeptieren + Reframing heilt schneller

    Christian: „Ich hatte 6 Jahre her auch plötzlich Tachykardie und Extrasystolen. Kein Anzeichen dafür, einfach Hardcore-Workload. Bin ins Krankenhaus, nichts da. Dann habe ich mir selbst gesagt — OK, wenn ich jetzt eine krasse Herzrhythmusstörung hätte, die ein Anzeichen für andere Krankheit wäre, könnte ich jetzt wahrscheinlich eh nichts mehr dran ändern. Also gehe ich davon aus, dass es nicht das ist, sondern Stress-related. Das hat mir geholfen, mich nicht immer weiter zu verrückt zu machen. Und dadurch wurde es ohne Veränderung des Workloads besser." Der Stoizismus-Move: Wenn Angst nicht produktiv ist, verwirf sie aktiv. Diese mental-Discipline funktioniert nicht immer — aber wenn sie funktioniert, ist sie unschlagbar effizient.

Der ZDF-Shitstorm und die Handlungs-Schwelle

  1. 12·Christian

    Koordinierte Medien-Attacken: Redaktionen sammeln monatelang vorher Belastungsmaterial

    Christian: „Redaktionen fangen monatelang vorher an zu recherchieren. Kontakte aus dem Netzwerk berichten. Der erste Ansatzpunkt — Trash-Accounts auf Instagram. Ein Account hat eine Story gepostet: ‚Ich wurde vom ZDF Neo Magazin Royale kontaktiert — Bitte negative Erfahrungsberichte mit More Nutrition. Ich selbst nutze das More Clear und finde es gut — aber die Redaktion sucht Negatives.' 10 Minuten online, dann gelöscht. Mein Team hat gescreenshottet." Die Mechanik öffentlicher Medien-Recherche: Wer eine Story sucht, findet Belege. Objektivität ist die Ausnahme, nicht die Regel. Wer das als Unternehmer versteht, bereitet sich proaktiv auf solche Angriffe vor — mit Daten, mit Behörden-Berichten, mit Transparenz.

  2. 13·Christian

    5-Tage-Vor-Sendung-Trick: Möglichst spät anfragen, damit Gegenseite wenig reagieren kann

    Christian: „Du kriegst die Anfrage so 5 Tage vor Sendung — die versuchen einen immer kurz vorher zu kontaktieren, damit man möglichst wenig antworten kann. Wir haben aber Hunderte Laboranalysen und Behördenberichte geschickt, die die Story komplett hätten zusammenfallen lassen. Sie haben es ignoriert — Sendung trotzdem ausgestrahlt." Die Anti-Prep-Vorbereitung: Unternehmen, die mit kritischen Medien rechnen, haben Content-Archive vorbereitet — Labor-Reports, Behörden-Bescheinigungen, Kunden-Zeugnisse — die in 24 Stunden verfügbar sind. Wer das nicht hat, wird von der 5-Tage-Deadline überrollt.

  3. 14·Christian

    Sarkasmus-Karte als juristisches Tool — keine Tatsache, aber der Eindruck wird erweckt

    Christian: „Das ZDF hatte uns nichts zu entgegnen — also haben sie die Sarkasmus-Karte genutzt. Nicht ‚Die wechseln den Firmensitz, um Behörden zu umgehen' (Tatsachenbehauptung, vor Gericht verlierbar). Sondern ‚Oh, die haben dreimal den Firmensitz gewechselt. Hi hi — vielleicht machen die das ja um...?' Geschicktes juristisches Tool — keine Tatsachenbehauptung, aber der Eindruck wird erweckt. Sie wussten, dass sie sonst vor Gericht verloren hätten." Die Medien-Kommunikations-Realität: Juristisch saubere Attacken ohne tatsächliche Beweise sind ein gängiges Werkzeug. Unternehmer, die das erleben, müssen mit rechtlich beratenen Gegenmaßnahmen rechnen — und trotzdem damit leben, dass die Sendung ausgestrahlt wird.

  4. 15·Christian

    Mutter bekam Panikstörung — Familie leidet oft stärker als der Betroffene

    Christian: „Meine Mutter hatte in der Zeit Panikstörung, weil sie das Ganze verfolgt hat. Meiner Mutter ging es mentaler fast schon schlechter als mir." Die oft übersehene Dimension: Familie leidet an Shitstorms mindestens so stark wie der Unternehmer selbst — manchmal mehr. Weil sie nicht aktiv handeln kann, sondern nur zuschaut. Wer unter Attacke gerät, muss seine Familie aktiv schützen — Nachrichten filtern, Social-Media-Pause unterstützen, professionelle Hilfe anbieten.

  5. 16·Christian

    Der Handlungs-Schalter: Datum ins Instagram-Bio schreiben als Selbst-Forcierung

    Christian: „Ich habe zu dem Zeitpunkt Social-Media-Pause gemacht, weil ich dachte, ich lasse es über mich ergehen. Dann habe ich gedacht ‚Nee, ich kann jetzt nicht mehr warten.' Ich habe in mein Instagram-Bio ein Datum geschrieben — damit ich mich selbst forciere, zurückzukommen. Am Tag nach der Sendung komme ich zurück. Ich wusste damals nicht, ob das klappt — aber es hat mir geholfen, ins Handeln zu kommen." Die mentale Selbst-Forcierung durch öffentliche Commitments: Wer ein Datum öffentlich setzt, ist gezwungen zu handeln. Wer nur in Gedanken handelt, handelt selten. Die Schwelle vom Aussitzen zum Handeln ist oft niedriger, als man denkt.

Rückschläge verarbeiten

  1. 17·Christian

    „Auch diesmal fühlt es sich schlimmer an als jemals zuvor — war aber immer so"

    Christian erzählt seinen Eltern damals: „Auch für mich fühlt sich das gerade schlimmer an als jemals zuvor. Aber in den ganzen anderen Situationen hat sich es auch schlimmer angefühlt als jemals zuvor. Vielleicht liege ich falsch und es ist wirklich so schlimm, dass man nicht mehr rauskommt. Aber ich muss mich jetzt einfach logisch so verhalten, dass ich mir sage: Nee, wahrscheinlich ist es ähnlich." Dieses mentale Reframing ist die wertvollste Krisen-Fähigkeit: Wer erkennt, dass das aktuelle Gefühl nicht die objektive Realität widerspiegelt, kann handeln, statt im Gefühl zu versinken. Und hinterher stellt man fast immer fest: Es war dann doch in einem halben Jahr wieder gut.

  2. 18·Eric

    Fokus auf Negativität & Risiken ist ein kognitiver Bias — eliminieren lernen

    Eric: „Der Fokus auf Negativität und Risiken — das ist einer der größten Skills, die man sich aneignen muss, dass man das nicht überbewertet. Kurzfristige Risiken haben ein starkes Übergewicht im Vergleich zu langfristigen Chancen. Das in die richtige Balance zu bringen ist sau schwierig — und geht nicht von heute auf morgen, ist kein Schalter." Die kognitive Verzerrung ist evolutionsbiologisch: Überleben priorisiert Risiko-Erkennung. Aber in moderner unternehmerischer Realität ist das Überleben fast immer gesichert — was fehlt, ist Chancen-Nutzung. Wer das bewusst ausbalanciert, trifft bessere Entscheidungen.

  3. 19·Eric

    Comfort Zone ist das Schlimmste — Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung

    Eric: „Das Schlimmste, was du machen kannst, ist Comfort Zone. Comfort Zone bedeutet, dass du dich nie weiterentwickelst. Lieber mehr Dinge ausprobieren, sich zwingen ins kalte Wasser zu springen — Eisbecken, fuck, ich geh da jetzt rein — diese Überwindung zu haben. Wenn du das gemacht hast und gemerkt hast ‚War ja gar nicht so schlimm' — die Sprünge, die du dann für Neues machst, bist du so viel erhabener, resilienter." Resilienz ist nicht Hart-Sein. Resilienz ist die Erfahrung, dass man aus schwierigen Situationen immer wieder herausgekommen ist — und die Überzeugung, dass das beim nächsten Mal wieder gelingt.

  4. 20·Eric

    Worst-Case konkret durchspielen — die diffuse Angst verschwindet

    Eric: „Viele Leute trauen sich nichts, weil sie die Angst überschätzen und nicht mal durchspielen, was die Angst hinter der Entscheidung ist. Keine Ahnung — man will gründen, aber hat die Sorge: ‚Wenn ich das mache, werde ich vielleicht scheitern und meine Eltern werden mich verlassen und ich finde nie wieder eine Frau.' Das ist diffus. Einfach wirklich mal konkret die Angst durchspielen — was ist das realistische Ergebnis?" Die konkretisierte Angst ist fast immer kleiner als die diffuse. Wer den Worst-Case durchrechnet („Ich poste 6 Monate, merke es geht nicht, höre wieder auf"), realisiert: Das ist nicht existenz-bedrohend. Nur das diffuse Angst-Gefühl simuliert Existenz-Bedrohung.

  5. 21·Christian

    Aufschreiben entlastet — Ängste konkretisieren und aufs Papier bringen

    Christian: „Das Ding nicht im Kopf behalten, sondern einfach mal die Angst konkretisieren und aufs Papier bringen. Für dich alleine. Danach verbrennst du es, schmeißt es weg. Einfach aufs Papier bringen — was ist Worst Case? Was ist das Gefühl? Beschreib das Gefühl. Schreib es auf. Banal — aber es bringt was." Die kognitive Auslagerung durch Schreiben hat neurologische Grundlagen: Was im Kopf kreisförmig rotiert, wird durch das Schreiben linearisiert und damit kleiner. Wer das einmal erlebt hat, nutzt diese Technik regelmäßig — nicht nur bei Krisen, sondern für jede komplexe Entscheidung.

Abstumpfung gegen Negativität als Superpower

  1. 22·Eric

    Die doppelt-schwarze Piste in Aspen — totale Hilflosigkeit, aber null Panik

    Eric erzählt: „Wir waren in Aspen skifahren — doppelt-schwarze Piste. Da waren 5 Schilder ‚Danger, Expert Only'. Wir dachten, das wird wie die europäische Schwarze sein. Nie im Leben kommen wir da ohne Schrammen runter. Haben versucht, durch den Wald zurückzukommen. Laura hat Bärenspuren entdeckt. Ich stand da und konnte keine negative Angst mehr fühlen. In meinem Kopf war einfach: Ja OK, wahrscheinlich sind wir in 5 Stunden unten — und werden drauf zurückkommen und sagen ‚Das war lustig.'" Die Abstumpfung gegen Negativität ist ein Nebeneffekt wiederholter Krisen-Überwindung. Wer genug negative Erfahrungen gemacht hat, die gut ausgingen, hat einen kognitiven Cache — der bei neuer Angst automatisch aktiviert wird.

  2. 23·Eric

    Jede Krise ist die schlimmste — und ist in 6 Monaten vorbei

    Eric: „Alle negativen Erfahrungen lassen einen abstumpfen. Jede Krise fühlt sich schlimmer an als jemals zuvor — aber logisch gesehen wird sich jedes Mal bei sowas schlimmer anfühlen als zuvor. Auch wenn ich es rausschaffe, wird sich jetzt gerade schlimmer anfühlen. Also mache ich einfach." Die Meta-Lehre aus vielen Krisen: Das Gefühl der aktuellen Krise ist nie ein guter Indikator für ihre objektive Schwere. Das aktuelle Gefühl ist immer neu und daher immer maximal. Die Objektivität kommt erst nach 6 Monaten, wenn man zurückblickt und merkt, es war gar nicht so schlimm.

  3. 24·Eric

    Die härtesten Learnings kommen aus der Krise — nicht aus dem Erfolg

    Eric: „Wir haben viele Erfolgserlebnisse — aber die richtigen Learnings, da wo wir richtig gewachsen sind, sind diese Dinge. Als 2022/2023 der Finanzmarkt eingecrasht ist, wir komplett anpassen mussten, dann gibst du doppelt, findest Lösungen, wirst kreativ. An die Erfolgserlebnisse erinnerst du dich positiv, aber die Krisen prägen deine Kompetenz." Die nüchterne Realität des Gründer-Wachstums: Wer durchgehend Erfolg hat, lernt wenig. Wer durch mehrere Krisen gegangen ist, hat Skills, die nicht lehrbar sind. Das ist auch der Grund, warum Second-Time-Founder oft bessere Ergebnisse erzielen als First-Time-Founder.

Bitpanda in der Finanzkrise 2022

  1. 25·Eric

    Ukraine-Krieg + Zins-Schock = Tech-Sektor -70% in Wochen

    Eric: „Der Ukraine-Krieg begann. Wir waren von Niedrigzins (Bank nimmt dir Strafgeld) in kürzester Zeit auf 7-8% Zinsen. Die Welt ist nicht darauf ausgelegt — langfristige Kredite, alles muss angepasst werden. Die Tech-Aktien haben sich 1:1 verhalten wie der Kryptomarkt — teilweise -70%. Unsicherheit herrscht in Märkten, Leute handeln nicht, warten ab — der Markt steht still." Die Geschwindigkeit des Zins-Schocks 2022 war historisch ungewöhnlich. Wer sein Budget auf Niedrigzins-Welt kalkuliert hatte, musste innerhalb von Monaten komplett umdenken. Die Lehre: Immer konservativ budgetieren, Reserven halten — denn die Makro-Welt kippt manchmal ohne Vorwarnung.

  2. 26·Eric

    Paul Klanschek: „Wir müssen frühzeitig was machen" — Budget-Änderung als Überlebens-Move

    Eric: „Paul ist immer sehr schnell bei sowas — er hat gesagt: ‚Wir müssen frühzeitig was machen, das Budget ändern.' Wir hatten 2021 wie alle Tech-Firmen viel zu schnell viel zu viele Leute geheiert — damals war der ‚War for Talent'-Trend, totaler Schwachsinn. Wir haben in Weeks die ganze Firma neu aufgestellt. Im Nachhinein saugesund für die ganze Firma — wir hatten zu viele Fehler gemacht." Der frühe Co-Founder, der das Korrektur-Signal setzt, ist unbezahlbar. Wer einen Co-Founder hat, der schnell schlechte Nachrichten erkennt und agiert, überlebt Krisen besser als Solo-Founder, die in Bestätigungsblasen feststecken.

  3. 27·Eric

    Drei Firmen-Optionen in der Krise: Weiter Geld verbrennen, Liquidations-Extensions, oder Umbau

    Eric: „Es gab 3 Optionen, was Firmen gemacht haben: (1) ‚Wir ziehen durch' — neues Geld raisen zu schlechteren Konditionen. (2) Bewertungs-Extensions mit dreifacher Leadpreff — auf dem Papier gleiche Bewertung, aber alle Altanteile massiv verwässert. (3) Massive Einschnitte in den Kosten — was wir gemacht haben. Im 2022 haben wir über 100 Millionen Verlust gemacht." Die Krise als Stress-Test für Führungs-Integrität: Option 2 (Extensions) ist das Einfachste kurzfristig — zerstört aber langfristiges Vertrauen. Option 3 (Umbau) ist hart, aber ehrlich. Wer auf den dritten Weg geht, hat nach 2 Jahren eine stabile Firma — wer auf den zweiten, hat eine Zombie-Firma.

  4. 28·Eric

    Anpassungsfähigkeit als Nr. 1 Skill erfolgreicher Gründer

    „Anpassungsfähigkeit ist Nummer-One-Skill.”

    Eric Demuth

    Eric: „Die besten Leute, die ich kennengelernt habe, sind anpassungsfähig. Anpassungsfähigkeit ist Nummer-One-Skill, wenn du ein Unternehmen hast, was läuft. Die Außenwelt verändert sich — in dem Fall für uns sehr krass, weil sämtliche Annahmen komplett über Bord werfen musstest." Das unterschätzte Gründer-Profil: Nicht der Beste in der Ausführung gewinnt. Der Anpassungsfähigste gewinnt. Wer sich in seine ursprünglichen Annahmen verliebt, geht unter. Wer bereit ist, alles neu zu denken, wenn die Daten es verlangen, überlebt.

Antifragilität als Konzept

  1. 29·Christian

    Antifragilität: Stress macht das System nicht gleich, sondern stärker

    Christian: „Antifragilität — Wirfst du eine Vase vom Tisch, zerbricht sie. Fragilität. Ein Plastik-Becher fällt runter, bleibt gleich. Antifragilität bedeutet: Wenn Stress von außen auf ein System kommt, wird es nicht nur gleich, sondern sogar BESSER. Wie ein Wald nach Feuer — Bäume, die überleben, haben es danach einfacher weil weniger Konkurrenz. So muss man sich den Firmenaufbau vorstellen. Man muss sich selbst das Ziel setzen, antifragil zu sein — was muss ich jetzt machen, damit ich aus dieser Situation stärker rausgehe als vorher?" Das Konzept (Nassim Taleb) ist die Gründer-Meta-Lehre: Nicht Krisen vermeiden, sondern in Krisen Stärker-Werden einplanen.

  2. 30·Eric

    Nach der Krise: Weniger Leute, schnelleres Tempo, keine Roadmap-Reduzierung

    Eric: „Vorher waren wir sehr langsam, sehr viele Leute. Wir haben nichts von der Roadmap rausbekommen. Heute — weniger Leute, viel schneller unterwegs. Der Markt konsolidiert, viele Firmen sind weggebrochen. Wir sind jetzt Top-Rekordumsätze am machen. Die Analogie mit dem Wald: Wir sind nicht abgefackelt — im Gegenteil, wir sind größer und stärker geworden." Die operative Bestätigung der Antifragilitäts-Theorie: Unternehmen, die 2022 konsolidiert haben, sind heute stärker als ihre Konkurrenten, die auf dem alten Kurs blieben. Die Krise war nicht Hindernis — sie war die Konsolidierungs-Möglichkeit, die sonst nie gekommen wäre.

  3. 31·Christian

    Christian's Shitstorm: 2 Monate Luxushotel → neue Team-Struktur mit Tim als Videograf

    Christian: „Nach meinem Shitstorm habe ich erst 2 Monate lang Hotel+Restaurant probiert — falls ich das Ganze hier verlassen will. Nach ein paar Wochen gemerkt: Nee, das ist es nicht. Dann habe ich gesagt: OK, was hat mich vor dem Shitstorm genervt? Viele Calls, wenig Content-Zeit. Also baue ich jetzt mein eigenes Team — Tim als Videograf. Heute leben wir zusammen. Das wäre ohne die Attack nie passiert. Die Attacke wurde zum Katalysator der besten Veränderung der letzten Jahre." Der Umsetz-Versuch der Antifragilitäts-Idee auf persönlicher Ebene: Nach jeder Krise die Frage stellen, wie aus der Situation etwas entstehen kann, was sonst nie entstanden wäre.

Expected Value + Probability in Entscheidungen

  1. 32·Eric

    Expected Value aus der Poker-Welt: 51% Wahrscheinlichkeit reicht

    Eric: „Das Konzept von Expected Value — gelernt aus meiner Poker-Zeit. Wenn eine Entscheidung zu 51% richtig ist — fast Fifty-Fifty — ist es die richtige Entscheidung gewesen. Auch wenn es zweimal hintereinander schief geht. Wenn du es tausendmal machst, war es die richtige Entscheidung. Solange der Welteinsatz gleich bleibt." Die wichtigste Entscheidungs-Heuristik für Gründer: Man bewertet Entscheidungen nicht am Einzel-Ergebnis, sondern am Erwartungswert über viele Wiederholungen. Die meisten Gründer bewerten Entscheidungen an letzten Ergebnissen — und geraten damit in emotionale Spiralen.

  2. 33·Christian

    Bezos-Rahmenwerk: One-Way vs. Two-Way-Door Decisions

    Christian: „Jeff Bezos — One-Way vs. Two-Way-Door Decisions. Im Poker-Beispiel: Bei 51% würde ich nicht All-In gehen, weil du im Zweifelsfall keine Chips mehr hast zum Spielen. Aber solange es eine Two-Way-Door-Decision ist — eine Entscheidung, wo man, sollte man falsch liegen, trotzdem wieder reinkommt — sollte man immer die Entscheidung mit höchster Wahrscheinlichkeit wählen." Die Kategorisierung reduziert Paralyse: Die meisten Entscheidungen sind Two-Way-Door (du kannst sie rückgängig machen oder abmildern). Diese sollten schnell getroffen werden. One-Way-Door-Decisions (Firmenverkauf, große Hires, irreversible strategische Züge) verdienen intensive Analyse.

  3. 34·Christian

    Volume Negates Luck — Hormozis Formel für unternehmerischen Erfolg

    „Volume Negates Luck.”

    Alex Hormozi, zitiert von Christian

    Christian: „Alex Hormozi: ‚Volume Negates Luck.' Im Beziehungs-Leben genauso — früher war ich ein übergewichtiger Zocker zu Hause. Wahrscheinlichkeit irgendwie in Beziehung zu kommen: 1%. Wenn du dein Leben so veränderst, dass du mehr in Kontakt mit Menschen kommst, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit. Am Ende ist Erfolg — Geschäftsleben, Beziehung, was auch immer — immer ein Stück Zufall. Aber er trifft die Leute, die ganz viele Chancen nutzen und oft ihr Glück versuchen." Die empirische Wahrheit: Die erfolgreichsten Gründer sind nicht die, die einmal die perfekte Idee hatten. Sie sind die, die viele Versuche gestartet haben — und von denen einer funktioniert hat.

  4. 35·Eric & Christian

    MIT-Studie 2019: Erfolgreiche Gründer führen doppelt so viele Experimente durch

    Eric: „MIT-Studie 2019 — erfolgreiche Gründer führen doppelt so viele Experimente durch wie gescheiterte." Christian: „Führungskräfte, die bei 70% Sicherheit entscheiden, sind viel erfolgreicher. Wer auf 100% Sicherheit wartet, ist meistens zu spät." Die empirische Evidenz für Experimentier-Kultur: Nicht die Perfektionisten gewinnen — die Iterierenden. Wer lieber viel probiert und schnell adjustiert, hat systematisch bessere Ergebnisse als wer wenig probiert und viel analysiert.

  5. 36·Christian

    Das Video, das 3 Wochen rumlag → 3 Mio Aufrufe

    Christian: „Es gab ein Video — da saß ich oberkörperfrei im Gym in Zypern und habe einen kurzen Take gemacht, dass ich lustig finde, dass Frauen Angst haben zu breit zu werden, während ich seit 15 Jahren versuche zu breit zu werden und es nicht schaffe. Das Video lag 3 Wochen rum, ich habe es nie gepostet, weil ich dachte ‚Fühlt's grad nicht so.' Dann gedacht — komm, poste es. 3 Mio Aufrufe. 5.000 Leute dazu." Die Lektion: Selbst bei erfahrenen Content-Creators ist das Urteil über die Qualität eines Videos unzuverlässig. Nur Volumen und Daten zeigen, was funktioniert. Wer sein Urteil über sein Handeln stellt, veröffentlicht zu wenig.

Feedback- und Meeting-Kultur

  1. 37·Eric

    Sandwich-Feedback ist Quatsch — Kritik direkt, nicht in Watte gepackt

    Eric: „Sandwich-Feedback — fängst an mit was Positivem, dann Kritik, dann runden wir unten mit süßer Brötchenscheibe ab. Wer auf dieses Prinzip gekommen ist — du hilfst niemandem. Du musst dich weiterentwickeln, du musst Competition — die negativen Sachen nicht alle in Watte packen. Das ist nicht gut, das ist nicht gut." Die deutsche Management-Kultur hat Sandwich-Feedback zur Tugend erhoben — aber es verhindert Klarheit. Wer direkter Feedback gibt (mit Respekt, aber ohne Watte), hilft mehr. Die Empfänger lernen schneller. Die Probleme werden schneller adressiert.

  2. 38·Christian

    Meeting-Kultur: Kein „Highlight der Woche" — direkt in Constraints gehen

    Christian: „Ich will wenn ich in ein Meeting komme, direkt reinstarten — Was ist der größte Constraint? Was ist der zweitgrößte? Was ist der drittgrößte? Constraint = was hält uns davon ab, einen besseren Job zu machen. Wir wollen eine Riegel-Anlage — OK, wer ist zuständig, was bestellen wir, wie lange dauert es, Abfahrt. Seitdem machen die Meetings wieder Spaß, weil ich nicht 7 Minuten abschalten muss, weil jeder sich Pillepalle aus dem Arsch zieht." Der Meeting-Killer ist nicht die Anzahl der Meetings, sondern der Ringelpietz davor. Wer direkt in die Constraints springt, respektiert die Zeit aller Anwesenden — und produziert schneller Ergebnisse.

  3. 39·Eric

    „Gib mir nur den Shit, der nicht funktioniert" — der Leader als Problem-Löser

    „Gib mir die harte Realität — nichts als die harte Wahrheit.”

    Eric Demuth

    Eric: „Ich versuche Leuten beizubringen: Kommt zu mir mit dem Shit, der nicht funktioniert. Ich sehe mich als größten Problemlöser. Ich will nur haben, was nicht funktioniert — ich bin getrimmt, immer weiter zu kommen. Gib mir die Sachen, die unerwartet sind. Nicht ‚Ich muss für meinen Vorstand so machen, dass es für die gut aussieht.' Gib mir die harte Realität, nichts als die harte Wahrheit." Die erfolgreichste Leadership-Kultur: Senior-Entscheider wollen Probleme, nicht Oberflächen. Wer als Mittelmanagement nur gute Nachrichten nach oben kommuniziert, schadet der Organisation. Wer Probleme kommuniziert, beschleunigt Lösungen.

  4. 40·Eric

    20-Leute-Call mit 5-Minuten-Smalltalk = 100 Minuten verbrannte Unternehmens-Zeit

    Eric: „Ich bin in einen Call gesprungen — 20 Leute im Meeting, extra umgelegt, bin um 4 Uhr aufgestanden. Dann 5 Minuten Smalltalk — wo die Abendveranstaltung ist, nächste Woche, letztes Wochenende. Nach 5 Minuten habe ich gesagt: ‚Leute, wir sind 20 — 5 Minuten vertrödelt sind 100 Minuten. Wann können wir anfangen?'" Die Rechnung ist simpel, wird aber kaum gemacht: 20-Personen-Meetings verbrennen 20x die Zeit einer Person. 5 Minuten Smalltalk = fast 2 Stunden Unternehmens-Zeit. Wer das rechnet, kürzt Meetings radikal.

  5. 41·Eric

    Probezeit richtig: Den eigenen Speed von Anfang an zeigen, nicht sanft einführen

    Eric: „Probezeit ist wie Dating. Das Dümmste ist, am Anfang so zu tun, als wärst du jemand anderes — nach einem halben Jahr merkst du: ‚Alter, das ist ganz anders als am Anfang.' Direkt von Anfang an kaltes Wasser. Von Anfang an die komplette Wahrheit zeigen, gleichen Speed zeigen — nicht ‚Mach mal langsam, komm mal erst mal rein.' Beide Seiten verlieren Zeit — es ist kontraproduktiv." Die Lehre gilt für Führungskräfte und Bewerber: Authentizität von Tag 1 ist effizienter als sanfter Einstieg. Wer merkt, dass es nicht passt, kann früher korrigieren. Wer denkt, es passt, startet gleich auf vollem Niveau.

Erfolgs-Charakterzüge (Zittelmann)

  1. 42·Eric

    Zittelmann-Studie: Risikobereit, emotional stabil, offen für Neues, konfliktbereit

    Eric: „Der Historiker Rainer Zittelmann hat eine Studie veröffentlicht — Konzlusion: Erfolgreiche Menschen oder superreiche Leute sind risikobereiter, emotional stabiler, offener für Neues und vor allem konfliktbereiter. Wenn ich jemanden habe, der überhaupt konfliktscheu ist — Problem." Die 4 empirischen Charakterzüge sind lernbar — nicht nur angeboren. Wer weiß, dass Konfliktbereitschaft ein Erfolgs-Faktor ist, kann sie trainieren. Wer weiß, dass emotionale Stabilität ein Faktor ist, kann Therapie nutzen. Wer weiß, dass Risikobereitschaft ein Faktor ist, kann Exposure-Training machen.

  2. 43·Christian

    Konfliktbereitschaft entsteht oft früh — Christians Allergien als Trainings-Boden

    Christian: „Es gab in meinem Leben viele Dinge, wo ich anders sein musste. Ich hatte früh viele Allergien — durfte keine... habe mit 6 mein erstes Brötchen gegessen. Manchmal nur Kartoffeln, musste mein eigenes Essen mitbringen. Wurde viel gehänselt. Irgendwann habe ich ein Ding daraus gemacht: ‚Ist mir halt egal, nerv mich nicht.'" Wer mit 6 Jahren lernt, anders zu sein, baut dauerhafte Resilienz gegen soziale Abweichungen. Im Erwachsenenleben ist das ein unschlagbarer Vorteil: Wer sich nicht vom Mainstream-Druck einschüchtern lässt, kann echte Entscheidungen treffen.

  3. 44·Christian

    80-Stunden-Arbeit erlauben, auch wenn es juristisch „verboten" ist

    Christian: „Ich habe einen LinkedIn-Post gemacht — Leute um mich herum arbeiten 80 Stunden pro Woche, weil sie Bock haben. Denen geht es gut. Dann kam ein Kommentar mit Jura-Ausschnitt: ‚Du weißt, dass 80 Stunden Arbeit in Deutschland verboten sind.' Das war das Deutscheste, was ich erlebt habe. Ich zwinge ihn nicht — der hat selbstständig Bock. Der hat das vorher bei der Polizei gemacht, hat Verantwortung, will was bewegen." Die Regulierungs-Angst blockiert oft gesunde individuelle Wahlfreiheit. Arbeitszeit-Begrenzungen haben ihren Sinn (Pflege, körperlich belastend) — aber sie sollten nicht auf Menschen angewendet werden, die bewusst mehr arbeiten wollen. Wer jeden in die gleiche Form presst, macht die High-Performer unglücklich.

  4. 45·Eric & Christian

    Normal bedeutet Mittelmaß — die Norm aktiv ablehnen

    Eric: „Ich lehne dieses ‚Du solltest XY' ab. Da bin ich raus. Normalzustand bei Firmen ist langsam und langweilig. Bei Menschen ist Normalzustand zu wenig Bewegung, übergewichtig, unglücklich in Beziehung und Job. Wenn man ein außergewöhnliches Leben oder ein außergewöhnliches Unternehmen will, muss man damit klarkommen, Dinge zu machen, die nicht normal sind." Christian: „Normal = Mittelmaß. Per Definition." Die radikalste Lebens-Lehre: Normalität ist statistisch Mittelmaß, nicht Ziel-Zustand. Wer ein außergewöhnliches Leben will, muss sich der Normalität aktiv widersetzen — nicht aus Rebellion, sondern aus mathematischer Klarheit.

Die härtesten Erfahrungen sind die prägendsten. Wer aus jeder Krise die Frage stellt „Wie kann ich stärker daraus hervorgehen?" — nicht „Wie überlebe ich?" — hat das Konzept der Antifragilität verstanden. Und das ist der Unterschied zwischen Gründern, die an einer Krise zerbrechen, und denen, die sie als Katalysator nutzen.